Gewalt gegen Bahá'í im Iran: "Verlasst die Stadt oder euch werden die Gesichter mit den Messern zerschnitten!"

Gewalt gegen Bahá'í im Iran:

"Verlasst die Stadt oder euch werden die Gesichter mit den Messern zerschnitten!"

Nach Razzien auf 14. Baha'i Häuser in der iranischen Stadt Abadeh letzten Monat beriefen Regierungsorgane die Bewohner zum Verhör und forderten sie auf, die Stadt zu verlassen oder sie müssten möglicherweise mit tödlichen Angriffen der Stadteinwohner auf sie rechnen.
"Das klare Ziel der Razzien und die Befragung war es, eine Atmosphäre der Einschüchterung und Angst
zu erzeugen, so dass die Baha'i aus Abadeh in Angst versetzt die Stadt verlassen", sagte Diane Ala'i, eine Vertreterin des Internationalen Bahá'í Gemeinschaft bei den Vereinten Nationen.
Laut Bericht von Ala'i starteten Agenten aus dem Shiraz Büro des Ministeriums für Intelligenz die Razzien gegen 8 Uhr am 13. Oktober 2013. Die Häuser wurden durchsucht und Baha'i Bücher, CDs, Computer und andere Gegenstände, darunter Fotografien, wurden beschlagnahmt.
Während der Befragung wurden mehrere Bahá'í bedroht, indem man ihnen sagte, die Anwohner "hassen Sie" und "wenn Sie sich auf der Straße aufhalten, müssen Sie und Ihre Kinder damit rechnen, mit Messern angegriffen zu werden."
Ala'i sagte weiterhin, dass es zwar offiziell keine Beweise dafür gäbe, dass die Menschen in Abadeh sich gegen die Bahá'í auflehnen, dass die Erfahrungen der Bahá'í aber andere seien.
"Wahr ist, dass die Regierung als Täter hinter solchen Bedrohungen und Angriffen steht", sagte Ala'i. "Viele Einwohner in Abadeh haben nichts gegen die Bahá'í und verkehren ohne Vorbehalte mit ihnen.
"In mindestens 52 Fällen sind seit 2005 im ganzen Land iranische Bahá'í tätlich angegriffen worden - und diese Ausschreitungen sind fast immer durch Zivilagenten der Geistlichkeit hervorgegangen oder der von der Regierung kontrollierten Medien, die mit ihren Hetzkampagnen Hass gegen die Bahá'í schüren", sagte Ala'i.
Während der letzten Überfälle auf Abadeh, sagte sie, sei zumindest stets ein Bewohner aus jedem Haus in das örtliche Büro des Ministeriums für Geheimdienste zum Verhör vorgeladen worden. Unter denen, die vorgeladen waren, befanden sich auch mehrere junge Menschen, darunter zwei, die zu Besuch bei Verwandten waren.
Die Agenten forderten wiederholt die Bahá'í auf, die Stadt zu verlassen. "Wenn ihr von den Leuten auf der Straße angegriffen werdet, garantieren wir nicht für eure Sicherheit ", wurde ihnen gesagt.
"Besonders besorgniserregend ist, dass einige von denen, die zum Verhör vorgeladen wurden, Jugendliche waren, die über ihre Aktivitäten befragt wurden, sagte Ala'i." Andere wurden bedroht, "Vertraglich zu unterschreiben" nicht mit anderen Bahá'í zu kommunizieren oder zu den Sitzungen zu gehen oder zu anderen monatlichen Treffen, wie das Neunzehntagefest oder gar Gottesdienst zu halten. "
Die Staatsorgane schlossen wiederum ein Geschäft, dessen Besitzer ein Baha'i war, verbarrikadierten seine Türen mit der offiziellen Ankündigung: "Dieser Laden wurde auf Veranlassung des revolutionären Staatsanwalts der Stadt geschlossen".
"Leider", sagte Ala'i, "die jetzige Situation in Abadeh zeigt somit einen weiteren Vorfall, dass sich trotz der Versprechungen des neuen Präsidenten Irans, Hassan Rouhani, die Situation für die Bahá'í nicht verbessert hat. Wenn überhaupt, verschlechtert sich die Lage zunehmend."
Ala'i betonte, dass die Regierung bisher nichts unternommen hat, um die Mörder des Baha'i Ataollah Rezvani vor Gericht zu bringen, dessen religiös motivierte Tötung im August dieses Jahres geschah. Weiterhin, sagte sie, sei niemand der mehr als 100 Baha'i-Gefangenen freigelassen worden, die trotz ihrer völligen Unschuld inhaftiert sind.
Abadeh ist eine kleine Stadt mit etwa 60.000 Einwohnern auf halbem Weg zwischen Schiraz und Isfahan im Zentral-Iran. Dort lebt eine ansehnliche Anzahl Baha'i und war Ort von anderen Anti-Bahá'í-Aktivitäten der letzten Jahre.
In der Vergangenheit wurden Anti-Bahá'í-Parolen an Wände und Türen von Bahá'í-Häusern und Geschäfte geschrieben. Unter anderem stand dort: "Tod den Baha'i-Spionen Amerikas und Israels" und "Bahá'í sind unrein."


(Bericht von Diane Ala'i vor dem Menschenrechtsausschuss in Genf (11. November 2013), übers. v. Barbara Naziri)

Ausschnitte von Ausschreitungen:


zerstörte Bahai-Wohnung in Kerman


verwüstete Wohnung in Kerman


 

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