Das Urteil

Das Urteil - oder "Verbrechen gegen Gott"
© Sedaye Bad


Zum Himmel schwebten sie empor
aus Welten des Betons,
gefolgt von einem Jubelchor,
die grünen Luftballons.
Wir waren ihre Sender,
Gott war der Adressat,
wir schwenkten grüne Bänder
im dunklen Gottesstaat,
Gott kam nur noch zum Weinen
in unser Heimatland,
drum wollten wir uns einen
und standen Hand in Hand
für Freiheit und für Frieden.
Doch was uns lieb und teuer
hat die Gewalt entschieden
mit Schlagstock und mit Feuer.

Oh, Freiheit, schöner Vogel,
wo bist Du hingeflogen?
Und Du, geliebter Frieden,
wo bist du hingezogen?
Um mich verbrannte Erde
und über mir das Schwert,
im Gleichschritt mit der Herde,
die niemals wiederkehrt.
An meinen Füßen Ketten,
die Lippen zugenäht,
geführt wie Marionetten
ins Aus, das Auge fleht
um eine letzte Gnade.
Wann endet unsere Qual?
Ein Mann von der Brigade

treibt grob mich in den Saal.

Dort wartet Richter Gnadenlos,
spricht nur ein Wort: Schafott.
Sein Urteilsspruch, er trifft mich hart:
"Verbrechen gegen Gott!"

 

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