Marionetten

 

Marionetten
© Aramesh

Ich kann eine Marionette sein,
die Welt mit gläsernen Augen betrachten,
in meinen Karton aus Elfenbein
den Körper gestopft, die Freiheit verachten.

Tag für Tag auf der Bühne die Glieder verrenken,
setz ich einen Schritt, so hält mich der Strang,
ich brauche nicht einmal selber zu denken,
denn mich führt die Hand im Dunkel entlang.

Verlier meine Stimme, die Lippen geschlossen,
denn oben, da spricht es für mich durch die Nacht
und Worte sind durch den Äther geflossen,
ein wachsames Auge gibt auf mich Acht.

Ich will keine Marionette sein,
an Fäden gehalten mit blindem Blick,
und leb ich in einer Welt aus Stein,
so lenkt mich kein Spieler nach seinem Geschick.

Ich werde nicht schweigen, die Stimme erheben,
droht mir auch der Kerker, vielleicht gar der Strang,
und mag auch mein Herz in der Stille erbeben,
so führt mich die Freiheit am Abgrund entlang.

Packt mich dann der Zweifel, vielleicht auch das Grauen,
dann bitt ich euch, zeigt mir den Spiegel her,
mir frei, ohne Furcht in die Augen zu schauen,
will ich niemals missen – NIMMERMEHR.
 
 
 

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