1000 Gestalten / G20 Hamburg

Im System © Aramesh

"Bist Du ein Mensch oder aus Lehm,
etwa ein Sklave im System?
Gefangen wie ein grauer Schatten,
dem Licht entrückt, müd‘ von Debatten?
Im Zweifel geht der Mensch allein,
doch wird er dafür haftbar sein,
was unserer Menschheit widerfährt.
Drum bitt ich Dich, mach einfach kehrt
und überwinde Raum und Zeit,
es geht nur in Gemeinsamkeit.
Gerechtigkeit läuft nie allein,
für Frieden müssen viele sein.
Sei aufrecht, setze jetzt Dein Zeichen,
dem andern Deine Hand zu reichen."


 


 

Zum G20-Gipfel in Hamburg: 1000 Gestalten - Ein Kunstwerk des friedlichen Protests
 

„Die Lehmgestalten stehen für eine Gesellschaft, die sich ihrer Hilflosigkeit vor den komplexen Zusammenhängen der Welt ergeben hat und in der der Einzelne nur noch für das eigene Vorankommen kämpft", teilten die Veranstalter mit. „Indem sich die Lehmgestalten von ihren Panzern befreien, entstehe eine bildgewaltige Transformation, ein Bild des Aufbruchs und des gemeinsamen, solidarischen Handelns".

„Wir können nicht darauf warten, dass Veränderung von den Mächtigsten der Welt ausgeht, sondern müssen uns jetzt alle politisch und sozial verantwortlich zeigen“, erklärten Sprecher des Kollektivs Tausend Gestalten anschließend. „Wir wollen daran erinnern, wie identitätsstiftend Mitgefühl und Gemeinsinn für die Gesellschaft sind. Unsere Aktion ist ein weiteres Zeichen dafür, dass viele Menschen die zerstörerischen Auswirkungen des Kapitalismus nicht länger hinnehmen wollen. Was uns am Ende rettet, ist nicht unser Kontostand, sondern jemand, der uns die Hand reicht“.

Es ist uns tatsächlich gelungen, für die Aktion breite Schichten der Zivilgesellschaft zu mobilisieren: Vor und hinter den Kulissen waren über 1000 Freiwillige beteiligt – viele davon waren das erste Mal Teilnehmer einer Kunstaktion. Menschen aus über 85 Städten in ganz Europa meldeten sich als Performer und Helfer an – per Crowdfunding kamen über 20 000 Euro Spenden zusammen.

„Besser kann man nicht zeigen, was Entfremdung mit den Menschen macht.“ schreibt jemand. „Eine typische After Hour“ ein zweiter und „Das ist die Welt der Zukunft, wenn das hier so weiter geht.“ eine dritte. Kurz vor Schluss erscheint eine nur ein einziges Wort mit einem Ausrufezeichen. „Aufwachen!“ In diesem Weckruf steckt der Samen, der sich jetzt in so viele Menschen wie möglich einnisten soll. Und wenn die Saat dann aufgeht und jede und jeder Einzelne damit beginnt, im eigenen Umfeld Veränderungen anzustoßen, dann hat sich mit den 1000 Gestalten das erfüllt, wovon wir geträumt haben, als die Idee im Februar bei uns zu keimen begonnen hat.

So wünsche ich uns allen: Möge sich dieser Aufbruch in die Tat umsetzen, was hier als Kunst gezeigt wird, darf niemals künstlich bleiben!

 

 

 

 

 

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