Norus - Sisdah be dar

Sisdah be dar - "Geh hinaus vor die Tür!"

 

Mit dem dreizehnten Tag (Sisdah-be-dar) endet unser Norouzfest. Am 13. Tag bedeutet es nach altem Glauben Unglück, im Hause zu bleiben. Denn Sisdah be dar heißt: Am 13. vor der Tür.
Darum strömen die Familien und Freunde hinaus in die Natur und treffen sich am „Sisdah be dar“ in größeren oder kleineren Gruppen in den Parks oder verlassen sogar die Stadt zum Picknicken auf dem Land.
Wir räumen den Norouztisch ab. Die Sabseh (Weizen- oder Linsenkeimlinge), inzwischen zu einem kleinen Büschel herangegrünt, wie ihr auf dem Norouztisch sehen könnt, nehmen wir jedoch mit. Sie sind unser symbolischer Dank an die Natur, die uns so reichlich mit ihren Gaben bedenkt. Darum möchten wir ihr einen Teil davon zurückgeben. Wir setzen die Sabseh möglichst in einem fließenden Wasser aus, denn Wasser ist das Element allen Lebens.
Unsere Ahnen glaubten, nicht nur dem Frühling Dank zu schulden, sondern zugleich auch das Böse, das der dreizehnte Tag mit sich bringen könnte, dort zu belassen, wo es kein Unheil anrichten kann.
Auf den Wiesen und in den Wäldern sieht und hört man den ganzen Tag lang die Menschen fröhlich tanzen und musizieren. Junge Mädchen, die im heiratsfähigen Alter sind, singen, während sie Knoten in die Grashalme flechten, einem alten Brauch entsprechend, immer denselben Vers:

„Der dreizehnte draußen zu meinem Glück,
ein Ehemann hält das Herz mir warm.
Ich schau nur vorwärts und nicht zurück
und bald habe ich ein Kind im Arm!"


 


2. April 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

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