Kolumne von Marion Feldhausen: CUI BONO? Der schleichende Tod

CUI BONO?

Der schleichende Tod

 

Als Begründung für einen möglichen Angriff auf Syrien wurde von der US-Regierung vorgetragen, am 21.8. habe in der Nähe von Damaskus das Assad-Regime Chemiewaffen eingesetzt, mit fatalen Folgen für die Zivilbevölkerung: über tausend Tote, darunter hunderte Kinder, tausende Verletzte. Die westlichen  Geheimdienste streuten, wie zu erwarten, passende Informationen in die Öffentlichkeit – wieweit sie auf Fakten beruhten, sei  dahingestellt, auf jeden Fall sollten sie die Akzeptanz für einen so genannten Strafangriff der US-Regierung und ihrer Mitstreiter erhöhen.

Das mag ihnen zu welchem Preis auch immer gelingen oder nicht, jedenfalls erinnert das Vorgehen an die Begründung für den Irakkrieg 2003. Damals hieß es, das Saddam-Regime verfüge über Massenvernichtungsmittel:  Eine Zwecklüge für die US-geführte Militärinvasion, durch die Hunderttausenden von Kombattanten und über 100.000 Zivilpersonen zu Tode kamen. Heute gilt dieser Krieg als völkerrechtswidrige Invasion in den Irak.

Und damit sind wir beim Thema

Die US-Regierung, die sich seit jeher als Garantiemacht  der Menschenrechte aufkröpft, hat im Irak, gemeinsam mit ihren Verbündeten weit über 2000 Tonnen Uranmunition bzw. -bomben eingesetzt. 

Richtig, bis heute gibt es keine Konvention, die den Einsatz von Uranwaffen und Uranmunition verbietet, obwohl sich weltweit unabhängige Wissenschaftler einig sind, dass diese Waffen sowohl chemotoxische als auch radiotoxische Wirkungen entfalten. Das  Chemiewaffenübereinkommen, das von 188 Staaten, darunter auch von den USA,  ratifiziert worden  und am 29.04.1997 in Kraft getreten ist, verbietet die Entwicklung, Herstellung, Lagerung  und den Einsatz chemischer Waffen.

Bislang werden Uranwaffen nur von Costa Rica und Belgien geächtet.  

Abgereichertes Uran – preiswert und enorm effizient

Das Uran, das für die Herstellung von panzer- und bunkerbrechenden Waffen verwendet wird, aber auch u.a. Verwendung findet für den Gewichtsausgleich von Militärflugzeugen, ist abgereichertes Uran (Depleted Uranium, DU). Dieses Uran ist   ein Abfallprodukt, das  bei der Anreicherung von Kernbrennstoff für Atomkraftwerke und von waffenfähigem Uran für Atombomben entsteht. Inzwischen dürfte es von diesem hochgiftigen und radioaktiven Abfall  weltweit 500.000 bis 1,2 Millionen Tonnen, je nach Quelle,  geben – mit einer Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren. Klar, dass sich die Konzerne die Frage stellten, wohin mit dem Zeug? „Glücklicherweise“  entdeckten die Waffenentwickler der Militärs das DU für ihre Zwecke, nämlich als preiswerte und enorm effiziente Waffe.

Zum einen durchdringt aufgrund der hohen spezifischen Dichte Uranmunition   Panzerungen wie heißes Eisen ein Stück Butter.  Zum zweiten entsteht an diesem abgereichertem Uranmetallstab ein Abrieb, der sich bei der enormen Reibungshitze von Temperaturen zwischen 3000 bis 5000 Grad Celsius selbst entzündet. Das heißt, wenn das Geschoss in Sekundenbruchteilen durch einen Panzer oder einen Bunker dringt, verglühen die Menschen, mitgeführte oder  gelagerte Munition explodiert.

Das, was DU jedoch zu einer Massenvernichtungswaffe macht, ist folgendes:

Bei den hohen Verbrennungs-Temperaturen von bis zu 5000 Grad Celsius verbrennt das Urangeschoss zu keramisierten, Wasser unlöslichen Nanopartikeln. Es entsteht ein Uranstaub, der weiterhin radioaktiv und hoch giftig ist. Dieser legt sich auf das Umfeld, wird mit dem Wind aufgewirbelt und fortgetragen - kontaminiert ganze Landstriche.

Die weltweit anerkannte Strahlenbiologin Dr. Rosalie Bertell, sagt es so:

„Es ist wissenschaftlich unbestritten, dass das abgereicherte Uran beim Verbrennen von Temperaturen bis zu 5000 Grad Celsius einen unsichtbaren gefährlichen Metallrauch erzeugt. Dies allein stellt eine Verletzung des Genfer Protokolls für das Verbot des Gebrauchs von Gas im Krieg dar, denn Metallrauch entspricht einem Gas.”

Werden  diese Nanopartikel eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen, können sie im menschlichen oder tierischen Körper überall hingelangen,  in die Organe,  ins Gehirn, in die weiblichen Eizellen und in den männlichen Samen.

Überall wo sich dieses Uran ablagert, kann es dann - und das ist wissenschaftlich einwandfrei nachgewiesen - zu folgenden Krankheitsbildern kommen:
- Zusammenbruch des Immunsystems mit ansteigenden Infektionskrankheiten,
- schwere Funktionsstörungen von Nieren und Leber,
- hoch aggressive Leukämien und andere Krebserkrankungen,
- Störungen im Knochenmark,
- genetische Defekte und Missbildungen mit Aborten und Frühgeburten bei     Schwangeren.

Amerikaner und Briten  leugnen jeden Zusammenhang zwischen erhöhter Strahlung und der Zunahme von Krebs.

Wenn man sich die von Medizinern dokumentierten Krankheitsbilder aus den Ländern, gegen die die Nato Krieg geführt hat, also Bosnien, Serbien, Kosovo, Afghanistan und Libyen, vergegenwärtigt, liegt der Schluss nah, dass es hier überall zum Einsatz von Uranwaffen gekommen ist.

Beweis: Krebsregister für die Region Basrah ( Irak )

Die International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW) ist eine internationale medizinische Organisation mit Zehntausenden Ärztinnen und Ärzten sowie Medizinstudierenden in über 60 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Sie stellt fest:

„Die größte Bevölkerungsgruppe, die vom Uran-Feinstaub Kontaminierungen aus Uranwaffen betroffen ist, lebt in der Region Basrah. Der IPPNW Deutschland gelang es infolge ihrer langjährigen Kontakte zu irakischen Ärzten eine Universitätspartnerschaft zwischen der Universität Basrah und der Universität Greifswald ins Leben zu rufen. Schon nach dem ersten Golfkrieg hatten irakische Ärzte über den Anstieg der kindlichen Missbildungen und der Kinderleukämien berichtet, die jedoch von den Sanktionsmächten USA und Großbritannien als unwissenschaftlich und Propaganda abqualifiziert wurden. Die medizinischen Untersuchungsergebnisse an den irakischen Soldaten wurden international ignoriert.

Im Rahmen der Universitätspartnerschaft arbeiten irakische, deutsche und japanische Ärzte nun seit 2004 daran, ein Krebsregister für die Region Basrah zu erstellen. Dies ist inzwischen gelungen, der erste Bericht der Studiengruppe liegt vor. Der Bericht weist auf einen deutlichen Anstieg von Lungen- und Brustkrebs hin, Erkrankungen des Lymphsystems und Leukämie treten ebenfalls gehäuft auf.“

Der Kinderfriedhof von Basrah

Am 3.2. 2013 berichtete das ARD in seinem Film „Irak: Uranmunition - das strahlende Vermächtnis“ über den Anstieg der Missbildungen bei Neugeborenen, die häufig daran zugrunde gehen -  zehn Jahre nach dem Krieg.

 Auf dem Kinderfriedhof in Basrah werden täglich fünf bis zehn Säuglinge beerdigt, oft ist der Geburtstag auch der Todestag. Das Ausmaß der Missbildungen macht selbst die Totengräber sprachlos. „Manchmal beerdigen wir Kinder mit vier Händen, oder mit dreien. Manchmal haben die Körper zwei Köpfe. Es gibt jede Art von Missbildung, die man sich vorstellen kann. Manchmal ist der Kopf völlig deformiert, und die Augen liegen nicht vorn, sondern oben.“

http://www.youtube.com/watch?v=jMOkHTj9RXA

Nachwort

Der Friedensnobelpreisträger Obama muss sich nicht fürchten, vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt zu werden, selbst wenn er und seine Verbündeten auch in Syrien wieder Uranmunition einsetzen würden. Die USA haben zwar 2000 das Statut des IStGH unterzeichnet, aber 2002 die Rücknahme der Unterzeichnung erklärt. Im selben Jahr erließen sie sogar ein Gesetz, das erlaubt, die Niederlande militärisch anzugreifen und US-Bürger mit Gewalt zu befreien, wenn sie in Den Haag vor Gericht gestellt werden sollten. Und US-Behörden ist eine Zusammenarbeit mit dem Gericht ebenfalls untersagt.

 

Kolumne: Marion Feldhausen

http://marion-feldhausen.de/

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