Geschichte Irans-5 (Überblick)

Die Folgen der Revolution und die erste islamische Republik (1979 – 1980)

Der führende schiitische Geistliche und als Kopf aller oppositioneller Gruppen bekannte Ayatollah Chomeini kehrte am 1. Februar 1979 aus seinem Pariser Exil zurück und wurde von der iranischen Bevölkerung jubelnd und mit offenen Armen empfangen.

Viele der aus unterschiedlichsten Gruppen bestehenden Opposition dachten, dass sich Chomeini aus dem politischen Leben weitestgehend zurückziehen würde, wenn der Schah erst mal gestürzt sei. Doch sie irrten sich ebenso wie der Westen, der Chomeinis Nationalismus und islamischen Fundamentalismus, seinen Rückhalt im Land und die Unterstützung durch Großteile der Bevölkerung, die in seinen Ideen ihren Glauben und ihre Träume widergespiegelt sahen, völlig unterschätzt hatte.

Nachdem man gegen den Schah noch gemeinsam gekämpft hatte, wurden nun unerwünschte Anhänger anderer oppositioneller Gruppen ebenso brutal aus dem Weg geräumt, um das Ziel eines Gottesstaates im Sinne des Korans, das heißt eine totale Verknüpfung zwischen Religion und Staat, zu erreichen. Am 1. April 1979 wurde die Islamische Republik Iran, mit ihrem Führer Ayatollah Chomeini, ausgerufen. Schon bald hatte der Iran den Rest der Welt gegen sich, da man ihm vorwarf für andere islamische Revolutionen zu werben.

 


 

 

Der Iran-Irak Krieg (1980 – 1988)

Während im Iran noch ein innenpolitisches Chaos vorherrschte, griff 1980 der Irak, unter Saddam Hussein, das Land an und versuchte sich die ölreiche Provinz Chusistan einzuverleiben. Obwohl der Irak zwar kleiner war, war er besser ausgerüstet und hatte, da er als geringeres der beiden Übel angesehen wurde, eine starke Unterstützung durch die westlichen Mächte und die UdSSR. Der Iran hingegen konnte auf eine größere Bevölkerung und einen von den Mullahs geschürten Fanatismus zurückgreifen. So zog sich der Krieg 8 Jahre hin, kostete auf beiden Seiten Millionen von Menschen das Leben und wurde auch erst 1990 offiziell beendet, ohne dass eine der beiden Seiten ihre Ziele erreicht hätte.


 


 


Der Iran heute

Nachdem Ayatollah Chomeini im Juni 1989 starb, wurde Ajatollah Seyyed Ali Chamenei sein Nachfolger und Hodjatol-Islam Ali Akbar Hashemi Rafsandjani wurde zum Staatspräsident gewählt. Dieser tat viel für den Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg, einen wirtschaftlichen Aufschwung und auch soziale Reformen, z.B.: Aufbau eines Rentensystems, eine straffere Familienplanung und der Kampf gegen das Analphabetentum, wurden vorangetrieben.

1997 wurde der als moderat und reformwillig gehaltene Seyyed Mohammad Chatami zum Staatspräsidenten gewählt, der die vorsichtigen Öffnungsansätze seines Vorgängers daraufhin erweiterte. Leider sind ihm, durch den weiterhin harten Kurs diverser politischer Gruppen, bei vielen möglichen Ansätzen oft die Hände gebunden und es war ihm unmöglich einen Reformkurs schneller voranzutreiben. So wurden Intellektuelle, die mit der Reformbewegung in Verbindung gebracht wurden, verhaftet oder ermordet und es kam immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Am 17. Juni 2005 trat dann Mahmud Ahmadinedjad bei den neunten iranischen Präsidentschaftswahlen gegen sechs weitere Bewerber an, die der Wächterrat aus den über tausend registrierten Bewerbern zugelassen hatte. Dabei konnte jedoch keiner der Kandidaten die Marke von 50 Prozent erreichen, daher musste am 24. Juni eine Stichwahl über den nächsten iranischen Präsidenten entscheiden. Er erhielt im ersten Wahlgang 19,1 Prozent der Wählerstimmen und kam damit auf Platz zwei hinter Rafsandjani. Aus der Stichwahl am 24. Juni ging Ahmadinedjad, für die westlichen Medien überraschend, als Sieger hervor (ca. 62 Prozent der Stimmen). Es wurden Vorwürfe von Wahlmanipulationen erhoben, die jedoch niemals geklärt werden konnten. Die CIA behauptet im “World Fact Book” 2005, es seien zwei Prozent der Wahlzettel verschwunden (“spoiled”, verschütt’ gegangen). Diverse Medienberichte suggerierten, dabei habe es sich mitnichten um Zufälle oder um Versehen gehandelt.



Ahmadinedjad vor einem Bild Chomeinis

Am 3. August 2005 wurde Mahmud Ahmadinedjad offiziell in sein Amt eingeführt. Bisher hat die Art, wie er den Iran nach außen vertritt, das Bild der Vorurteile über das Land im Westen manifestiert. Die Situation der Menschen im Iran ist denkbar unbefriedigend. Bei der Wahl am 12. Juni 2009, die Ahmadinedjad erneut an die Macht brachte, sprach die Opposition von Wahlbetrug und focht die Wahl an. Sie beklagte, dass keine unabhängigen Wahlbeobachter ins Land gelassen wurden. Demonstrationen und Proteste wurden von den Staatsorganen kriminalisiert und niedergeschlagen. Dies forderte Todesopfer. Etliche Demonstranten wurden verhaftet und in Schauprozessen vor Gericht gestellt. Das Machtverhältnis im Iran scheint sich zu verschieben. Es sind nunmehr nicht allein die Theokraten, sondern die Bassidsch-Milizen, deren Uniform Ahmadinedjad mit Vorliebe trägt, die immer mehr Raum gewinnen.


Im September 2013 übernahm Hassan Rohani (geb. 13.11.1948 in Sorkheh), iranischer Politiker und Rechtsgelehrter, die Nachfolge Ahmadinedjads. Er gilt im Westen als moderat. Um das zu unterstützen, ließ er gleich nach seiner Amtseinführung einige politische Gefangene frei, darunter auch Nasrin Sotudeh, eine international bekannte Anwältin und Menschenrechtsaktivistin sowie den ehemaligen Vizeaußenminister Mohsen Aminzadeh und einige andere Personen, die im Zusammenhang mit den Protesten gegen die iranische Präsidentschaftswahl 2009 festgenommen worden waren. Doch nach wie vor blieben viele politische Gefangene inhaftiert. Er war einer der Männer der ersten Stunde der Islamischen Revolution und ein enger Vertrauter Chomeinis.


Hassan Rohani, iranischer Präsident seit September 2013

Rohani war bereits 1980 Abgeordneter in der Madjlis. Er war stellvertretender Präsident in der 4. und 5. Legislaturperiode des Iranischen Parlaments (Madjlis) (1992-2000).In dieser Funktion leitete er die iranische Delegation bei den deutsch-iranischen Parlamentarierkonsultationen im April 1993 in Bonn, obwohl er als Chef des Nationalen Sicherheitsrats ein mutmaßlicher Hintermann des Mykonos-Attentats war. Im Jahre 1998 wurde er in den Expertenrat gewählt, ebenso bei der Wahl 2006, bei der er im Bezirk Teheran den 7. Platz erreichte. Seit 1992 ist er Leiter des Zentrums für strategische Forschungen (CSR) in Iran. In den 1990er-Jahren setzte er sein Studium der Rechtswissenschaft an der Glasgow Caledonian University fort und schloss 1995 mit einem Master-Grad ab. Das Doktorats-Studium (PhD), ebenfalls in Glasgow, konnte er 1999 abschließen.

Sein Buch über den Atomkonflikt zählt, laut Bahman Nirumand „zu den besten Quellen, in denen der Konflikt und seine politischen und wirtschaftlichen Hintergründe detailliert beschrieben werden".

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