Schirin Khorram, die Seelenmalerin

Schirin Khorram - die Seelenmalerin

 


© Wolfgang Salinger - Schirin Khorram in ihrem Atelier

Die Porträts von Schirin Khorram erzählen kleine Geschichten, von der Sehnsucht, vom Glück, der Leidenschaft und der Verletzlichkeit der Menschen.

Die iranischen Wurzeln ihres Vaters, ein offenes Haus mit internationalen Gästen, Kunst und Musik waren für die Künstlerin Schirin Khorram der Lebensraum, im dem sich ihre Faszination für unterschiedliche Kulturen und Menschen mit ihren Eigenarten entwickeln konnte.

„Gesichter erzählen für mich die spannendsten Geschichten“, so Schirin Khorram.

„Berührt mich ein Gesicht oder sein Ausdruck, wird dieser Mensch von mir in einen Moment gesetzt, den ich festhalten möchte.“

Schirin Khorram spürt Augenblicke auf und füllt die Leinwand mit Emotionen und Gesichtern, in die sich Charaktereigenschaften, Gefühlszustände und Wesensmerkmale des Menschen eingeschrieben haben.


© Schirin Khorram "Zai jian" 90 + 90 (2009)

Die Oldenburger Künstlerin Schirin Khorram hat an der Hochschule für Künste in Bremen Design studiert und war in Verlagen und Agenturen u.a. als Illustratorin tätig.

Seit 1991 ist sie mit ihren Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten und lebt heute in Augustfehn.

Als Schirin Khorram und ich uns begegneten, war es Sympathie auf den ersten Blick, die zu einer Freundschaft wurde. Das Verständnis, das uns miteinander verbindet, ist sowohl in der Kunst wie auch in unserer Herkunft zu sehen und vor allem in einem ähnlichen Naturell.
Schirins Kunst berührt die Menschen. Darum sehe ich sie als Seelenmalerin, denn wer sich einmal in ihre Bilder vertieft, bleibt ihnen ergeben. Sie bestechen durch viele kleine Details, denen sie mit Stift oder Pinsel Leben einhaucht. Hinzu kommt, dass ihre Werke ausgesprochen facettenreich sind und sich scheinbar keiner Richtung zuordnen lassen, schafft sie es doch immer wieder, den Kunstbetrachter aufs Neue zu überraschen.

Ihr künstlerisches Auge scheint den Menschen zu durchdringen und seine Persönlichkeit zu erfassen. So werden sie auf der Leinwand offenbar. Ihr Projekt "Die 7 Todsünden" ist so entstanden. Interessant war für Schirin, was die Menschen damit verbinden und so entstand die Idee, dass sich jeweils eine Autorin/ein Autor einer Todsünde annimmt. Mit von der Partie waren Pater Anselm Grün, Christel Bouchon, Bettina Bergmann, Angelika Walser Roland Schreyer, Lilo Wanders und ich (Barbara Naziri). 

Ira (Rachsucht)

Schnaubende Wut stiebt aus den Nüstern
des Rappen Zorn, der wild sich bäumt,
in meinem Blut ein hämisch Flüstern
bricht sich im Schrei, mein Geifer schäumt.

Der Groll hält meinen Geist gepackt,
rennt Amok durch die tiefsten Venen,
entblößt die Seele, macht mich nackt
spielt mit mir lustvoll Teufelsszenen.

Der Jähzorn fesselt Menschenwürde,
legt meine Ratio in Ketten,
um mich herum nur Zaun und Hürde,
nichts kann mich vor mir selber retten.

Geschmack der Rache auf der Zunge,
die fordernd nach Vergeltung schreit,
und keuchend bebt es aus der Lunge:
Mach Dich zum Angreifen bereit!

In einem Nebelbett der Mächte
thront demagogisch blinder Hass,
mein Führer durch schlaflose Nächte,
mich quälend ohne Unterlass.

Ich speie Feuer, Schutt und Aschen,
sieh‘, mein Vulkan aus Rachelust 
wird mir mein Blut mit Säure waschen,
ein brennend‘ Feuer in der Brust.

Von Deinen Qualen will ich zehren,
ob Herzeleid, ob Angst und Not,
will Dich zerstören und Dich lehren, 
Dir nichts zu wünschen als den Tod.

So hab ich Ira mich verschrieben 
als Dienerin im Höllenfeuer,
bin roten Flüssen treu geblieben,
kein Mensch, kein Tier – nur Ungeheuer.

(Erstellt von Barbara Naziri für Schirin Khorram
und ihr Werk IRA aus "Die 7 Todsünden“)

Für die fernere Zukunft planen wir weitere gemeinsame Projekte wie einen von mir verfassten Lyrikband, den Schirin Khorram thematisch mit ihren wunderbaren Illustrationen versehen wird, und vieles mehr.

 

Schirin Khorram - Kunstmalerin - A woman's world

 

 

 

 

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