Der Russe

Der Russe
© Gernot Jennerwein


Die Kugel schlägt mit erbarmungsloser Wucht in mein Fleisch und der Schmerz zieht mir die Eingeweide zusammen. Ich breche zusammen, liege im dreckigen Schlamm des Schützengrabens und presse beide Hände auf die klaffende, blutende Wunde an meinem Bauch. Ich höre hysterisches Schreien neben mir, - Sanitäter! Sanitäter! Die nächsten Granatsplitter lassen das Geschrei verstummen. Meine Augen brennen und ich spüre den eisigen Wind, der durch den Schützengraben weht. Ist das jetzt mein Ende? Wird dieser verdammte Graben nun zu meinem Grab? Ich versuche zu kriechen. Es geht nicht, meine Beine lassen sich nicht bewegen, liegen kraftlos im Schlamm. Ich denke an meine Heimat, an die Heimat, die mich in diesen Krieg schickte. Ich werde sie nicht mehr wiedersehen, werde hier im Dreck von Sibirien vergessen sein, so wie einmal der Krieg und all seine Gefallenen vergessen sein werden.
Ich höre Stimmen.
...

Die vollständige Geschichte gibt es in dem Buch

Nach oben


nPage.de-Seiten: LENR | Kunst ist das Lied der Seele