Neda

Neda

Ich grüße Dich, Tochter von Teheran,
und streich Dir den Staub von den kalten Wangen.
Das Pflänzchen Grün, das die Hoffnung trug,
wurde niedergetreten und ist vergangen.

Ich wasche Dein Antlitz mit Rosenwasser
und richte Dir Dein Blumenkleid.
Die Sonne wärmt den schwarzen Stein,
der trunken von Tränen, geschändet im Leid.

Nun greift der Wind singend meinen Schleier
und pflückt mir die Worte, die ich noch hab,
von den Lippen und trägt sie mit sich fort.
Still leg ich die weiße Rose auf’s Grab.

Ein Raunen und Flüstern dringt betend zum Himmel, 
der sich grün über schwarzen Tulpen erhebt,
und neben mir singen die Toten Lieder:
Gib nicht auf, solange die Hoffnung noch lebt.

 

 

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