Hinter dem Schleier (amnesty und Ostholsteiner Anzeiger)

Hinter dem Schleier

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Deutsch-Iranerin Barbara Naziri berichtete von ihren Erfahrungen

 

Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau: Davon können viele Frauen nur träumen. Auch im Iran – in diesem Monat Schwerpunktthema der Eutiner Amnesty-Gruppe – steht es schlecht um ihre Rechte. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen las die Hamburger Autorin Barbara Naziri aus ihrem Buch „Grüner Himmel über schwarzen Tulpen. Ein west-östlicher Blick hinter den Schleier Irans“ und nahm das Publikum in der Kreisbibliothek mit auf eine Reise durch das Land der Widersprüche.

Ihre Reise begann einige Jahre nach der Revolution von 1979. Naziri, die behütet in einem deutsch-iranischen Elternhaus aufwuchs, machte sich allein in den Iran auf. Dort, wo seit der Revolution eine strenge islamische Gesetzgebung herrscht, erfuhr sie als Frau massive Einschränkungen und offene Diskriminierung. Als „wandelndes Zelt“ unter dem obligatorischen Ganzkörperschleier kämpfte sie gegen die Herrschaft der Männer an, doch oft vergeblich: Allein Taxi fahren, fremden Männern die Hand schütteln oder sich laut unterhalten – als Frau war ihr dies nicht gestattet. Sie erfuhr von Iranerinnen, denen das Recht auf Scheidung verwehrt wurde, und von prügelnden Ehemännern, die ungeschoren davonkamen. „Die Freiheit hat ihre Flügel verloren. Und die Frauen ihre Rechte“, las Naziri.

Heute spiele die Religion für die Bürger im Iran eine immer weniger wichtige Rolle, berichtete Naziri. Auch die traditionellen Geschlechterverhältnisse änderten sich radikal. Wichtig sei dabei das Jahr 2009 gewesen, als die jungen Iraner nach der manipulierten Abstimmung freie Wahlen eingefordert hätten. „Der Winter ist vorbei und der Frühling ist erwacht“, sagte die Autorin zuversichtlich – auch wenn es in puncto Frauenrechte nur kleine Schritte in die richtige Richtung gebe. Naziri sprach sich für einen verstärkten Dialog zwischen den Ländern aus. „Ich möchte Brücken bauen zwischen den Kulturen“, erklärte sie. „Denn das, was uns verbindet, ist stärker als das, was uns trennt.“

Organisiert wurde die Veranstaltung von Amnesty International Eutin in Zusammenarbeit mit der Kreisbibliothek, dem Frauenhaus, dem Frauennotruf und der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises.

 

www.amnesty-international-eutin.de

 

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