Helmut N. Gabel. Biographische Skizzen in Grün

Rezension auf mehriran

Pressestimme zu "Grüner Himmel über schwarzen Tulpen" (Christel-Göttert-Verlag)

… es liest sich spannend, lebendig und nimmt den Leser in die Vielfalt einer fremden Welt mit. Dunkle Kapitel der Geschichte und der Gegenwart Irans werden nicht ausgespart, aber immer vibriert im Unterton eine satte Lebendigkeit mit und bringt immer wieder die Lichtkultur einer fast vergessenen Welt an die Oberfläche. Persönliche Schilderungen von tiefen Empfindungen angereichert, die sich an der politischen Realität reiben ...

Helmut N. Gabel:
Biographische Skizzen in Grün

Barbara Naziri hat ein Buch geschrieben, in dem sie ihre Reisen in den Iran vielfältig, lebendig und gefühlsgeladen beschreibt. Ist es ein Reisebuch, gar ein Reiseführer? Die Schilderungen über dieses geschichtsträchtige Land und seine geschundene, aber starke und erfindungsreiche Bevölkerung geben sicher auch Hinweise auf Orte wie Yazd, Hamedan, Isfahan oder Schiraz, die einen Besuch lohnen würden. Vielmehr bietet das Buch aber Einblicke in die persönliche Geschichte einer lebenszugewandten Frau zwischen ihrem Leben in Deutschland und den intensiven Erlebnissen im Land des Lichts.
"Grüner Himmel über schwarzen Tulpen - Ein west-östlicher Blick hinter den Schleier Irans" ist eine poetische Liebeserklärung an Werte und Lebensweise, die Frau Naziri im Iran erlebt hat. Mit zunehmender Lektüre wird das Buch zu einem Hilferuf an Zivilgesellschaft und Politik im Westen, die Bürger im Iran nicht zu vergessen, die von ihrem Regime auf immer brutalere Weise drangsaliert, brüskiert und betrogen werden.
Die Schilderungen der Autorin zu Plätzen, Bauwerken und Landschaften geraten manchmal geradezu überschwänglich. Wer sich mit auf die Reisen von Barbara Naziri durch den Iran begibt, atmet mit den schönen und humorvollen Erlebnissen mit und findet sich erstaunt, betroffen und erschüttert, wenn die Enge der politischen Realität im Iran durchschlägt.
Frau Naziri spart auch nicht mit Kochrezepten traditioneller persischer Gerichte und bringt so manche Lebensgewohnheiten aus dem Alltag ihrer Familie im Iran zur Sprache. In all dies sind eingebettet die Ereignisse um die Präsidentschaftswahlen von 2009: der Mut der Bürger und die Brutalität des Regimes.
Das Buch vermittelt ein Potpourri an Nuancen und Themen zu Irans Geschichte und Alltag. So erfahren wir unter anderem, dass viele Dichter des Alten Persiens den Wein besingen und wie Omar Khayyam damit das freie Denken meinen.
"Grüner Himmel über schwarzen Tulpen" ist gewissermaßen eine Hommage an das freie Denken, das sich nicht scheut auch den Dämon, der die Herzen der Iraner vergiftet, anzuklagen. Barbara Naziri aber tritt als Wanderin auf dem schmalen Pfad zwischen zwei Welten auf. Deutschland und Iran versucht sie zu verbinden. Sie liebt die Menschen Irans, aber weist auf die zerstörerische Natur des Regimes hin. Eine der schönsten Metaphern des Buches ist das Bild von dem angeketteten Adler. Der Schmerz des Betrachters bei diesem Anblick könnte auch im Westen dazu verleiten, dem Adler helfen zu wollen, sich von den Ketten zu lösen ...

Helmut N. Gabel

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