Nebelmond

Nebelmond
Barbara Naziri


Bremsen kreischen. Ein ohrenbetäubender Knall. Glas splittert. Etwas Dunkles wirbelt durch die Luft und bohrt sich in die feuchte Erde. Eine feine Rauchfahne steigt empor. Stille. Nur der Nebelmond wirft einen Blick auf das Geschehen. Sein Schein streift verstreut herumliegende Trümmer. Ein Lichtstrahl fällt auf einen tiefschwarz glänzenden Füllfederhalter, dessen Kappe jäh aufblitzt. Dann gewinnt die Finsternis Raum.

 

Grau ziehen Nebelschwaden über das Wendland und verdichten sich immer mehr. Nirgendwo ist eine Menschenseele zu sehen. Die Zeit scheint in dieser Nacht stillzustehen. Der Gedanke an Laura bereitet mir Unbehagen. Nie zuvor habe ich sie so zornig erlebt wie heute. Ihre haltlosen Anschuldigungen haben mich tief verletzt.

Die Sicht wird immer schlechter. Mühsam brennen die Nebelscheinwerfer zwei schwache Strahlen in die undurchdringliche Wattewand. Die Landschaft ist nur zu erahnen und gleitet an mir vorüber. Unheimlich wie die Schattenwelt. Es ist mir, als fahre ich durch eine ferne Galaxis. Dabei bin ich nur auf der Heimfahrt. Zurück an die Nordsee. Schemenhaft tauchen Bäume aus dem Nichts auf, schweben wie dunkle Geister an mir vorüber, als wären sie ihrer Wurzeln beraubt, um dann von der Finsternis wieder verschlungen zu werden. Ihre Zweige scheinen wie unzählige Arme nach mir zu greifen. Ich muss mich beherrschen, um das Gaspedal nicht durchzutreten. In mir ist ein Gefühl, als zöge mich jemand in ein bodenloses Loch. Ich schlucke, aber der Kloß in der Kehle will nicht weichen.

 

 

 

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