Frieden schaffen durch Einsatz für die Einhaltung von Menschenrechte im Iran - Podiumsdiskussion am 12.10.2012

Frieden schaffen durch Einsatz für die Einhaltung von Menschenrechten im Iran

Eine Veranstaltung zum Weltfriedenstag 2012 mit begleitender Bilderausstellung

Freitag, 12. Oktober 2012 – 18 Uhr

 

Teilnehmer der Podiumsdiskussion::

  • Dr. Mehran Barati (Oppositionspolitiker)
  • Dr. Wahied Wahdat-Hagh (Fellow bei der European Foundation for Democracy)
  • Dieter Karg (Amnesty International)

✦Moderation: Helmut N. Gabel (Mehriran.de)

By: Iophri.de

Die traurige Bilanz nach mehr als 33 Jahren Herrschaft des Regimes will immer noch kein Ende finden. Gleichzeitig findet die Weltgemeinschaft keine Mittel, um dem intoleranten und menschenunwürdigen Treiben des Regimes eine Wendung zu geben. Die verschiedenen Stufen der Sanktionen der Weltgemeinschaft gegenüber dem Staat Iran beziehen sich auf die berechtigte Sorge um eine nuklear bewaffnete Islamische Republik Iran. Für die Rechte der Bevölkerung im Iran jedoch findet die Weltgemeinschaft kaum Mitt l. Mit der Frage, wie der Spagat zu leisten sei den Weltfrieden zu wahren und zugleich den Menschen im Iran zu helfen, beschäftigten sich drei Referenten und 70 Zuhörerinnen und Zuhörer am Freitag, 12. Oktober 2012.


von links: Moderator Helmut Gabel, Wahied Wahdat Hagh, Mehran Barati, Dieter Karg

Schlafentzug, Scheinhinrichtungen, Vergewaltigungen. Diese Stichworte stechen aus Ahmad Shaheed's Oktober-Bericht 2012 hervor.

Die traurige Bilanz nach mehr als 33 Jahren Herrschaft des Regimes will immer noch kein Ende finden. Gleichzeitig findet die Weltgemeinschaft keine Mittel, um dem intoleranten und menschenunwürdigen Treiben des Regimes eine Wendung zu geben. Die verschiedenen Stufen der Sanktionen der Weltgemeinschaft gegenüber dem Staat Iran beziehen sich auf die berechtigte Sorge um eine nuklear bewaffnete Islamische Republik Iran.

Für die Rechte der Bevölkerung im Iran jedoch findet die Weltgemeinschaft kaum Mittel. Mit der Frage, wie der Spagat zu leisten sei den Weltfrieden zu wahren und zugleich den Menschen im Iran zu helfen, beschäftigten sich drei Referenten und 70 Zuhörerinnen und Zuhörer am Freitag, 12. Oktober 2012.

Mehrere Organisationen haben an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg eine Diskussionsrunde zur Menschenrechtssituation im Iran organisiert, die dem Weltfriedenstag 2012 gewidmet war. Das Jahr zuvor stand man gemeinsam für die Menschenrechte in Hamburgs Innenstadt. (http://www.youtube.com/watch?v=Z17u31bO5Yo)
Am Freitag ab 18:00 Uhr waren Dr. Mehran Barati, Oppositionspolitiker, Dr. Wahied Wahdat-Hagh, Soziologe und Dieter Karg, Koordinator der Amnesty Iran Gruppe in Deutschland auf dem Podium, um sich der Diskussion mit dem Publikum zu stellen.

Mitglieder der vorbereitenden Gruppen Madaran-e Park-e Lahle Unterstützergruppe aus Hamburg, der Initiative für Menschenrechte und Demokratie, der Studentenorganisation 22Khordad und der Internationalen Organisation zum Schutz der Menschenrechte im Iran freuten sich, dass die Universitätsbibliothek sowohl mit Exiliranern als auch mit zahlreichen europäischen Bürgern gut besucht war.


von links: Wahied Wahdad Hagh - Mehran Barati - Dieter Karg

Dr. Wahdat-Hagh ging auf die Natur des Regimes ein und legte dar, dass der Respekt vor Menschen und ihren individuellen Rechten aus dem Wesen der Ideologie der Herrscher im Iran nicht möglich sei und es im Gegenteil zur Natur des Regimes gehöre Menschen ihrer individuellen Rechte wie Meinungsfreiheit oder das Recht auf freie Religionsausübung zu berauben.
Dr. Barati trug im Kern einen Vorschlag bei, wie Frieden gewahrt werden und das Regime zum Einlenken gebracht werden könnte. Er regte in Anlehnung an den Umgang der Bundesregierung und der Weltgemeinschaft mit der DDR eine Art Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit zwischen der Weltgemeinschaft und Iran an. Seine Vorstellungen umfassten einen Nichtangriffspakt und verbindliche Verpflichtungen für das Regime im Iran.

Herr Karg zählte Möglichkeiten aus der Perspektive von Amnesty auf der Bevölkerung im Iran zu helfen. Darunter zählen in seinen Augen konsequente Durchführung von Aktionen für Einzelschicksale und permanenter internationaler Druck auf das Regime die Menschenrechte zu respektieren.

Die anschließende Diskussion kreiste um Befürchtungen aus dem Publikum vor nuklearer Verseuchung Irans bei möglichen Angriffen auf Nuklearzentren, die Enttäuschung über die belastenden Auswirkungen der Sanktionen auf die Bevölkerung, den Wunsch nach Zusammenarbeit unterschiedlicher iranischer Exilgruppen.

Dr. Barati musste nach dem Hinweis eines Exiliraners aus dem Publikum einräumen, dass seinem Vorschlag wenig Aussicht auf Erfolg beschieden sein könnte, wenn man die Natur des Regimes und die Denkweise der Herrschenden im Iran Ernst nimmt. Seine Äußerung jedoch, dass es nicht ausreiche nur das Regime zu kritisieren, sondern es wichtig sei konkrete Vorschläge und politische Arbeit für die Zukunft zu leisten, kann man nicht laut genug sagen und nicht oft genug wiederholen.


Ein Zuhörer vermisste in der Diskussion Aspekte, die Autoren wie Jürgen Elsässer, Peter Scholl-Latour oder Jürgen Todenhöfer zum Leben im Iran betonen. So kreiste die Diskussion nochmals um das Leben von Frauen im Iran und um die Natur des Regimes. Dr. Wahdat-Hagh bestätigte z.B. den Hinweis des Zuhörers, dass der Prozentsatz studierender Frauen im Iran sehr hoch sei und brachte zum Ausdruck, dass dies nicht das verdienst des Regimes sei, sondern die Frau trotz diverser Unterdrückungsmaßnahmen den Weg zum Studium aufnehmen würden, aber anschließend ohne Aussicht auf eine Arbeit sich in die häusliche Umgebung zurückziehen müssten.


Weiterhin kam aus dem Kreis der Zuhörer vom anwesenden Islamwissenschaftler Dr. Azmayesh der Hinweis, dass es sich bei der herrschenden Ideologie im Iran um etwas handelt, was Karl Marx als "Asiatischen Despotismus" bezeichnete. Er wies auf die Staatsform des sogenannten "Velayat Motlagheh Kolieh Faghih" hin. Es handelt sich um die absolute und unbegrenzte Herrschaft des Obersten Religiösen Führers. Das bedeutet, dass der Oberste Religiöse Führer über der Verfassung steht und es überhaupt keine Rolle spielt, ob es in dem Land Wahlen gibt oder nicht. Über den drei Gewalten, über der Verfassung und noch pikanter über Religion und religiöse Autoritäten und Hierarchien steht nur eine Person, was Veranlassung gibt dieses System als Hyper-Despotie zu bezeichnen.


Mehran Barati (Exilpolitiker) Barbara Naziri (Autorin) Wahied Wahdad Hagh (Journalist und Publizist)

So endete der Abend zwar mit anregenden Diskussionen und gewichtigen Aspekten um die Situation im Iran von einem weitere gefassten Standpunkt zu verstehen, aber absolut und schnell zum Erfolg für die Menschenrechte im Iran führende Lösungen fand auch bei dieser Veranstaltung keiner. Trotzdem, bei den allermeisten Anwesenden war ein gemeinsames Band zu erkennen: Menschenrechte sollten mehr Beachtung finden und die unterschiedlichen Gemeinschaften von Exiliraner können durchaus gepflegte Diskussionen führen. Und eins ist klar: es herrscht Einigkeit darüber, dass den Menschen im Iran die Herzen zufliegen und die Menschen im Westen ihnen volle Solidarität signalisieren. Und somit kann man an den persischen Dichter Sa'adi denken, der einst sagte: "Wenn sich die Ameisen zusammentun, können Sie den Drachen häuten".

Helmut N. Gabel, mehriran.de

 

 

Schirmherr:  
Prof. Dr. Michael Staack -
Professur für Politikwissenschaft, insbesondere Theorie und Empirie der Internationalen Beziehungen, Helmut Schmidt Universität Hamburg -  Hauptbibliothek (Gebäude H1) - Holstenhofweg 85; 22043 Hamburg

Veranstalter:  
Madarane Irani Hamburg 
IMUDI - Initiative Menschenrechte und Demokratie im Iran
Internationale Organisation zum Schutz der Menschenrechte im Iran
22Khordad Hamburg

 

 

 

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